Im Alpenland Österreich zählen die Steierinnen und Steirer zu den sing- und musizierfreudigsten Bewohnern und das wird auch bezeugt von unzähligen Schätzen an Volksliedern und Weisen, accordion-155441_640die von den bedeutenden Volkskundlern und Sammlern, wie beispielsweise von Viktor Zack und Viktor von Geramb sowie vielen anderen seit der Zeit von Erzherzog Johanns aufgezeichnet wurden.

Im 21. Jahrhundert zählt die diatonische Knopfharmonika, die auch als „Steirische“, Quetsche, Harmonie oder im Ausseerland als Rumple bezeichnet wird, zu den am häufig gespielten Instrumenten, ebenso wie das Hackbrett, die Gitarre, die Zither und andere Instrumente. Auf der Seite steirische-harmonika-online.de erfährt man ein ganze Menge mehr über dieses Instrument.

Was den mehrstimmigen Liederschatz angeht, so umfasst dieser neben dem Liebeslied und dem Jodler auch:

  • Volkstümliche Balladen
  • Almlieder
  • Arbeits- und Handwerkslieder
  • Wiegenlieder
  • Weihnachtslieder sowie
  • Scherz-, Spott- und Sauflieder

80 % der Lieder handelt über die Liebe

In Österreich sind rund 80 % der Volkslieder „Liebeslieder“ und deren Aufzeichnungen sind bis in das 16. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Dieser Liederschatz steht stets im Austausch mit der Kunstmusik. Was die Motive angeht, so werden das Liebesleid bei Trennung und Abschied besungen bzw. die Liebesfreude oder Vorzüge der/des Geliebten. Es gibt sogar erotische Lieder, wo sich versteckte Andeutungen auf den Geschlechtsakt finden.

Eine ganz spezielle Art von Liedern sind die, die in Dialogform verfasst sind und die einst beim nächtlichen Aufsuchen des Kammerfenstern der Geliebten von den Burschen gesungen wurden. Aber auch von den Erlebnissen des sogenannten „Fensterln“ wird erzählt. Aber auch Lieder aus Liebe oder Dankbarkeit gegenüber der Ehefrau, den Kindern, Verwandten und Freunden sind häufig zu finden und nicht selten ist auch der Streit ein Thema der Lieder.

Auch die Arbeit ist ein Thema in der steirischen Volksmusik

Bei den Liederschätzen zum Thema Arbeit geht es zumeist über die Berufsstände, dem Arbeitsumfeld und der sozialen Stellung in der Gesellschaft. Die Lieder bringen stolz die Bedeutung des jeweiligen Berufsstandes hervor, beklagen die Not und Armut oder verspotten diesen. Besonders bei der Not und Armut, kann der Liederschatz sogar bis zu Äußerungen des Widerstandes reichen.
Als die Zeit der Industrialisierung kam, entstanden Lieder, die sich gegen die Verwendung der Maschinen drehten. Aber häufig ist in diesen Liedern auch die Liebe zur Arbeit ein Thema, wobei die berufliche Tätigkeit als Metapher steht für erotische Anspielungen.

Darüber hinaus gibt es auch Lieder, die durch den Rhythmus gemeinsame Tätigkeiten koordinieren. So bedienen sich gewisse Berufsgruppen der sogenannten „Ruflieder“, mit denen sie über weite Distanzen miteinander kommunizieren können oder auch die Waren anpreisen.